Tipps für tolle Outdoor-Fotos und Videos: Schnee und Winter

Schnee gehört zu den faszinierendsten, aber auch schwierigsten Motiven. Aber auch ohne Schnee sind Winterfotos reizvoll.

Tipp #1: Die Kamera

Die Kamerawahl bleibt Ihnen überlassen. Eine Kompaktkamera spart Schlepperei, eine Spiegelreflex bietet unendliche Möglichkeiten, System- und Bridgekameras füllen die Lücke dazwischen. Ein optischer Sucher sollte nicht fehlen, gerade im Winter lässt sich bei dem gleißenden Licht auf dem Display nichts mehr erkennen. Da Programmautomatiken Schneeaufnahmen oft fehlbelichten, sollte Ihre Kamera manuelle Einstellungen oder zumindest Möglichkeiten zur Belichtungskorrektur ermöglichen. Hilfreich ist für den Einstieg auch ein entsprechendes Motivprogramm. Vor allem bei Portraitaufnahmen erweist sich ein eingebauter Blitz mit Aufhellfunktion als hilfreich, um harte Kontraste zu mildern. Eine passende Tasche, die vor Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen schützt, sollte nicht fehlen.

Tipp #2: Zubehör

Nutzen Sie eine Sonnenblende, sie schützt das Objektiv vor Schneegestöber und Ihre Bilder vor Streulicht und unerwünschten Reflexen. Ein Polfilter sorgt, wenn richtig angewendet, für satte Farben und blauen Himmel, ist aber teuer und nicht ganz leicht zu handhaben. Handschuhe, mit denen Sie Ihre Kamera gut bedienen können, sollten ebenfalls nicht fehlen.

Tipp #3: Akkus

Kälte frisst Strom, Akkus sind schneller leer. Laden Sie sie vor dem Ausflug auf und halten Sie die Kamera unterwegs möglichst warm. Reserveakkus sind eine gute Idee, vor allem, wenn Sie filmen – bewahren Sie auch diese möglichst in einer Innentasche auf.

Tipp #4: Blendenkorrektur

Strahlende Schneelandschaften enden oft als trübe Graubilder. Die Belichtungsmesser lassen sich durch das helle Licht täuschen und sorgen für eine Unterbelichtung. Das ist auch bei bedecktem Wetter so. Stellen Sie daher die Blendenkorrektur der Kamera auf einen Pluswert und kontrollieren Sie das Ergebnis auf dem Display. Machen Sie wenn möglich, mehrere Fotos mit unterschiedlichen Einstellungen. Ein Schnee-Motivprogramm arbeitet genauso, aber in vorgegebenen Grenzen.

Tipp #5: Blaustich

Wir nehmen ihn nicht wahr, die Kamera jedoch schon. Winter-Motivprogramme gleichen den Blaustich automatisch aus. Alternativ Sie Stellen den Weißabgleich Ihrer Kamera auf einen „wärmeren“ Wert, beispielsweise „leichter Schatten“. Je nach Tageszeit kann auch eine andere Einstellung vorteilhaft sein, probieren Sie es aus!

Tipp #6: Autofokus

Gerade bei Schneelandschaften, vor allem bei diffusem Licht, kann der Autofokus Schwierigkeiten bereiten, denn er braucht Kontraste, um korrekt arbeiten zu können. Weichen Sie auf manuelles Scharfstellen aus oder suchen Sie ein kontrastreicheres Element in Ihrem Landschaftsbild, zum Beispiel ein Baum oder ein Gebäude, als Hilfe für den Autofokus.

Tipp #7: Schutz der Kamera

Feuchtigkeit ist der Elektronik größter Feind. Nicht nur das Winterwetter selbst kann Ihrer Kamera durch Schnee oder Nebel direkt zusetzen. Die Bildung von Kondenswasser beim Betreten warmer Räume nach einem längeren Aufenthalt draußen wird oft vergessen. Am besten bleibt die Kamera ein Weilchen in ihrer Tasche oder in ein weiches Tuch eingehüllt, um sich an die neue Temperatur anzupassen. Abends lassen Sie die Kamera immer an einem geeigneten Ort langsam trocknen.

Tipp #8: Fische und Co.

Schneelandschaften sollten Sie gestalten, beispielsweise durch einen tiefen Horizont bei blauem Himmel, Staffelung verschiedener Ebenen oder diagonal angeordnete Elemente wie Baumreihen und Wege. Das Licht am Vor- und Nachmittag wirft lange, weiche Schatten und verleiht Ihrem Landschaftsbild Spannung. Eiszapfen und Raureif fotografieren Sie am besten im Gegenlicht, aber ohne die Sonne mit aufzunehmen. Gehen Sie an schneebedeckte Pflanzen nah heran, wählen Sie eine offene Blende oder das Blumen- bzw. Makro-Motivprogramm, um einen unscharfen Hintergrund zu erhalten. Halten Sie auch nach verschneiten Gegenständen wie eine Bank oder ein Zaun Ausschau. Übrig gebliebene Beeren an Sträuchern bieten attraktive Farbtupfer. Eisstrukturen in Pfützen und am Uferrand laden ebenfalls zum Fotografieren ein.

Tipp #9: Wintersport

Rodeln, Skifahren, Skiwandern, Schneeballschlachten – je schneller die Sportart ist, desto mehr müssen Sie vorausdenken, um einen guten Moment zu erwischen. Achten Sie besonders auf notwendige Belichtungskorrekturen. Korrigieren Sie auf den Bereich, den Sie letztendlich fotografieren wollen – den Skispringer vor dem fernen Wald als Hintergrund, den Rodler im gleißenden Schnee an der Brücke., manuelle Einstellungen sorgen für ein optimales Ergebnis. Bedenken Sie die Auslöseverzögerung Ihrer Kamera und drücken Sie rechtzeitig vorher ab, vor allem bei Mitziehern. Für Mitzieher wählen Sie lange Verschlusszeiten, 1/125 oder länger. Und fotografieren Sie nie dem Sportler hinerher.

Tipp #10: Schlechtwettermotive

Schneegestöber, Regen auf Schnee, Nebel – es lohnt sich, auch bei diesem Wetter das Haus zu verlassen. Meist müssen Sie auch hier die Belichtungskorrektur auf Pluswerte einstellen. Wählen Sie kontrastreiche Motive. Für Schneegestöber sind längere Verschlusszeiten im Makromodus interessant.

Siehe auch:

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