Ratgeber Outdoorkameras: Alle Infos auf einen Blick

Wenn es darum geht, Wandertouren, Kletter-Ausflüge, Rafting-Trips oder das Schnorcheln beim Familienurlaub hautnah zu dokumentieren, machen normale Kameras schnell schlapp. Denn für Outdoor-Herausforderungen braucht es spezielle Outdoor-Kameras, die robust genug sind, auch mal einen Sturz wegzustecken, und die vor allem gegen das Eindringen von Wasser abgedichtet sind. Diesen Bedarf haben auch die Hersteller erkannt und bieten vor allem im Kompakt-Segment eine große Palette an Outdoor-Modellen für passionierte Hobby-Fotografen an – von wasserdichtes Kameras über Outdoor-Smartphones bis hin zu robusten Actioncams für Extremsportler.

Welche Geräte sind für den Outdoor-Einsatz geeignet?

Outdoor Point & Shoot Kameras

Ungleiche Geschwister: Outdoor Smartphone, Digicam, Actioncam und DSLR

Die Bandbreite an Kameras, mit denen man auch unter widrigen Umständen Fotos und Videos aufnehmen kann, ist fast ebenso groß wie die der „Schönwetterkameras“: Von Schnappschüssen mit dem Smartphone über Aufnahmen mit Kompaktkameras bis hin zur High End-Fotografie mit SLR-Modellen ist auch im Outdoor-Bereich alles drin. Die Geräte sind dazu von Haus aus mit Materialien versehen, die Stöße absorbieren und mit Dichtungen, die das Eindringen von Wasser an allen sensiblen Stellen und Anschlüssen verhindern. Alternativ bieten diverse Hersteller auch spezielle Cases beziehungsweise Schutzhüllen für normale Kameras an, die diese ebenfalls vor Wind und Wetter, Stürzen und Stößen schützen sollen. Wer es allerdings ernst meint mit der Outdoor-Fotografie, der sollte sich auf dem Markt der speziell für den Außeneinsatz konzipierten Modelle umsehen. Und der ist riesig.

Welche Gerätetypen gibt es?

Kompaktkameras mit Outdoor-Qualitäten

Die Einsteiger-Digicam Fujifilm Finepix XP60

Fujifilm Finepix XP60: Gute und günstige Outdoor-Digicam für Einsteiger

Outdoor-Kamera Fujifilm Finepix XP170

Die Fujifilm Finepix XP170 ist in verschiedenen Farben erhältlich

Olympus Tough TG-2

Olympus Tough TG-2: Robuste und wasserdichte Kompaktkamera mit lichtstarkem Objektiv und eingebautem GPS

Allein im Kompakt-Segment haben nahezu alle namhaften Hersteller – von Nikon über Fuji bis Panasonic und Sony – inzwischen mehrere Outdoor-Modelle im Angebot. Das Feld startet schon bei Modellen um die 100-150 Euro – die beispielsweise für eine Fujifilm FinePix XP50/XP60 zu investieren sind. Diese Geräte am unteren Ende der Preisskala haben allerdings kleine Bildsensoren und lichtschwache Objektive, sind aber staubgeschützt und funktionieren bis zu drei oder fünf Meter Wassertiefe. Als Gadget für Schnappschüsse aus dem Bade- oder Skiurlaub sind diese Kameras durchaus gut einsetzbar.

Die Mittelklasse machen Modelle wie die Fujifilm FinePix XP150 bzw. XP170, die Panasonic Lumix DMC-FT4EG-D oder auch die Nikon-Modelle AW100 und AW110 aus. Diese Kompakten liegen preismäßig bei 150 bis 300 Euro, gehen beim Tauchen bis auf zehn oder zwölf Meter Tiefe problemlos mit herunter, haben hochwertige Objektive mit rund fünffach optischem Zoom und ansprechend groß gestaltete Sensoren. Sie sind deshalb auch für anspruchsvollere Aufnahmen gewappnet und können sich mit der richtigen Pflege zum treuen Allround-Begleiter entwickeln.

Die höhere Preisklasse, die um die 350 Euro beginnt, setzt dem ganzen noch eine Schippe drauf: Sie sind gewissermaßen Hybride zwischen SLR und Kompaktklasse, bieten meist die Möglichkeit, Wechselobjektive zu nutzen, haben große Bildsensoren und sind zusätzlich mit Spielereien wie Kompass oder GPS ausgestattet. In diesen Bereich fällt beispielsweise die Olympus Tough TG-2.

Bei der Einschätzung der Widerstandsfähigkeit einer Outdoor-Kamera sind vor allem zwei Faktoren entscheidend: Robustheit und Wasserfestigkeit. Denn zum einen müssen die für den Außeneinsatz konzipierten Geräte Stöße gut wegstecken. Zum anderen, und das ist auch der Haupteinsatzbereich derartiger Kameras, soll damit unter Wasser fotografiert werden – was voraussetzt, dass das Gerät dem Druck des Wassers zuverlässig standhält. Auch die niedrigste Temperatur, denen eine solche Kamera dauerhaft widersteht, ist ein wichtiges Kriterium für den Kauf. Fünf Grad minus dürfen es hier gern sein, die High End-Produkte überstehen allerdings ohne Probleme auch zehn Grad unter Null.

Siehe auch: Outdoor Kompaktkameras

Outdoor-Smartphones

Outdoor-Smartphone Samsung Galaxy S4 Active

Samsungs Outdoor-Smartphone Galaxy S4 Active

Eines vorweg: Ein Outdoor-Smartphone einzig für die Erstellung von Fotos anzuschaffen, ist wenig empfehlenswert. Denn dann lohnt es sich eher, in eine gute Kompakte mit Outdoor-Merkmalen zu investieren, da die Bildqualität kompakter Kameras dank größerer Sensoren und besserer Objektive in aller Regel die der Smartphone-Fotos weit überragt.

Allerdings lohnen sich Outdoor-Smartphones für jene, die neben der Foto-Funktion ohnehin ein Handy benötigen, mit dem sie draußen kommunizieren, Inhalte verwalten und im Web surfen können. Wer beispielsweise im Job auf Baustellen unterwegs ist, als Bergführer ohnehin ständig in der freien Natur zu tun hat, auch beim Mountainbiking oder Segelausflug ständig erreichbar sein möchte oder sein Mobiltelefon gern mal fallen lässt, für den ist ein Outdoor-Smartphone wie das Samsung Galaxy S4 Active oder das Sony Xperia go durchaus eine Überlegung wert.

Ganz so robust wie kompakte Outdoor-Kameras sind die Telefone dann aber meist doch nicht. So ist das mit dem stolzen Preis von rund 540 Euro versehene Galaxy S4 Active zwar vor Staub geschützt und soll Wasserdruck bis zu einem Meter Tiefe standhalten. Doch schon wenn Sie dieses Phone beispielsweise oft zum Musik Hören nutzen, strapazieren Sie dabei die wasserdichten Abdeckungen der Anschlüsse.

Siehe auch: Outdoor Handys & Smartphones

Spiegelreflex-Modelle für Abenteurer

Outdoor-SLR Pentax K-30

Vorsicht: Bei Outdoor-SLRs müssen nicht nur der Body, sondern auch die Objektive wasser- und staubgeschützt sein.

Wer über die Anschaffung einer speziell auf Outdoor-Aktivitäten ausgelegten SLR nachdenkt, sollte sich sicher sein, dass der nicht unerhebliche Anschaffungspreis sich denn auch wirklich lohnt. Denn SLR-Kameras, die speziell gegen Regen, Frost und Staub geschützt sind, schlagen mit knapp unter 1.000 Euro zu Buche. Gleichzeitig sind sie erheblich sperriger als kompakte Modelle – was unter Transport- und Einsatzaspekten gerade bei sportlichen Aktivitäten auf jeden Fall eine Rolle spielt. Deshalb ist dieses Segment, in dem sich beispielsweise die Pentax K-30 bewegt, eher etwas für Profifotografen, die beispielsweise auch in wasserfeste Zusatzobjektive investieren wollen.

Allen anderen sei empfohlen, eine kompakte Outdoor-Kamera als Ergänzung zur eigenen Hobby-SLR anzuschaffen. Das schont letztere bei Extrem-Einsätzen, sorgt dennoch für gute Bilder (wenn denn auch ein talentierter Fotograf auf den Auslöser drückt) – und ist vernünftig für den Geldbeutel.

Siehe auch: Outdoor DSLRs

Was können die Outdoor-Geräte wirklich besser?

Outdoor-Kameras für Rafting, Mountainbiking und zum Tauchen

Extreme Anforderungen: Überall wo es nass und schmutzig ist, fühlen sich Outdoor-Kameras erst so richtig wohl

Um es auf den Punkt zu bringen: Fotografieren können die Outdoor-Kameras keinesfalls besser, als ihre Schönwetter-Geschwister. Denn natürlich schlägt sich die robuste Gestaltung der Geräte auch im Preis nieder – und damit ist eine normale Kompaktkamera in der Regel immer einen Tick besser in Sachen Fotoqualität als eine Outdoor-Kamera zum selben Preis. Doch dafür schlägt der Matsch- und Schlamm-Bruder sein Pendant deutlich, wenn es um die Nutzbarkeit unter Wasser und bei widrigen Wetterbedingungen und um das Überleben von Stößen und Stürzen geht.

Wer sowohl viel drinnen wie auch draußen fotografiert, für den ist es durchaus empfehlenswert, zwei Kameras zu nutzen. Wer allerdings eher draußen unterwegs ist, oder nicht ständig die Kamera wechseln möchte, sollte dafür eher in ein hochwertiges und kostenintensiveres Outdoor-Modell investieren, als in eine normale Kamera, deren Nutzungsfeld auf ungefährliches Foto-Terrain beschränkt ist.

Was gilt es bei der Auswahl einer Outdoor-Kamera zu beachten?

staubgeschützte und stoßresistente Outdoor-Kamera

Gegen Schmutz und harte Stöße sind Outdoor-Kameras bestens gewappnet

Um die passende Outdoor-Kamera zu finden, sollte man sich zunächst überlegen, unter welchen Umständen das Gerät zum Einsatz kommen soll. Geht es beispielsweise besonders um brauchbare Aufnahmen aus großen Tiefen? Dann sollte das wichtigste Auswahl-Kriterium die Wassertiefe sein, der eine Kamera standhalten kann. Ganz große Tiefen, also um die 30 Meter oder mehr, schafft eine Outdoor-Kamera übrigens auch – allerdings muss sie dann in ein spezielles Gehäuse gepackt werden.

Andere Einsatzfelder umfassen beispielsweise die Notwendigkeit der Bedienung der Kamera mit Handschuhen – in dem Fall sollte vorrangig auf ausgeformte Griffbereiche und große Knöpfe geachtet werden. Auch die Kälteresistenz einer Outdoor-Kamera kann von Bedeutung sein, wenn diese beispielsweise verstärkt beim Skiwandern oder ähnlichen winterlichen Sportarten zum Einsatz kommen soll.

Um qualitativ möglichst hochwertige Fotos zu erhalten, lohnt sich auch ein Blick in die inneren Werte der Kameras. Unter anderem ein wichtiges Kriterium: Wie groß ist der Sensor? – Wie immer gilt dabei: Je größer, desto besser!

Daneben spielt die niedrigste mögliche ISO-Zahl eine wichtige Rolle beim Outdoor-Fotografieren, denn oftmals herrscht ja draußen jede Menge Tageslicht, so dass zur Vermeidung von pixeligen Aufnahmen ISO-Werte von 100 und darunter ideal sind. Besonders hohe ISO-Werte hingegen spielen bei der Kompaktfotografie kaum eine Rolle – denn erfahrungsgemäß macht eine Kamera zwar bei beispielsweise ISO 6000 durchaus noch Bilder – doch diese sind in aller Regel so verrauscht, dass man auch ganz darauf verzichten könnte.

Für Unterwasserfotos sollte auf möglichst lichtstarke Objektive und eine maximale Blendenöffnung von f/2.8 oder niedriger geachtet werden. Diese Werte allerdings bieten nur hochpreisige Modelle.

Checkliste: Faktoren beim Kauf einer Outdoor-Kamera

Beim Kauf einer Outdoorkamera sollten Sie folgende Punkte beachten und ggf. überlegen, wie wichtig Ihnen einzelne Features sind:

  • Maximale Wassertiefe
  • Kälteresistenz
  • Stoßfestigkeit
  • Bedienbarkeit mit Handschuhen
  • Sensorgröße
  • Minimaler ISO-Wert
  • Bildqualität bei höheren ISO-Werten
  • Lichtstarkes Objektiv mit Weitwinkel

Was gibt es bei der Benutzung und Pflege von Outdoor-Kameras zu beachten?

Wasserdichte Outdoor-Kamera

Beim Fotografieren und Filmen unter Wasser gilt es einige Besonderheiten zu beachten

Die Outdoor-Fotografie hält einige Überraschungen bereit. Vor allem bei Unterwasserfotos sollten Sie sich bewusst sein, dass Sie in einem völlig anderen Element arbeiten. Das bedeutet beispielsweise automatisch eine Brennweitenverlängerung – das heißt die Kamera bildet alle Objekte ein Drittel größer und ein Viertel näher ab, als an der Luft. Deshalb ist ein Weitwinkelbereich von mindestens 28 Millimetern empfehlenswert. Um wirkungsvolle Makroaufnahmen von Korallen & Co. zu machen, sollte die Kamera zudem einen Nahbereich von deutlich unter zehn Zentimetern aufweisen.

Nicht zuletzt gehört nach dem Einsatz auch das Putzen dazu: Vor allem, wenn die Kamera mit Salzwasser oder Matsch in Berührung gekommen ist, muss sie nach dem Ausflug gründlich mit Süßwasser gereinigt werden. Denn kleinste Steinchen und Sandkörner können sich in Gewinde setzen und Salzreste die Dichtungen angreifen. Zum perfekten Reinigen empfiehlt sich übrigens der Einsatz einer handelsüblichen Zahnbürste.

Fazit

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Outdoor-Kameras sind eklatant. Am wenigsten Spielraum – sowohl in Sachen Fotogestaltung wie auch bei den Rahmenbedingungen der Fotoerstellung – bieten Outdoor-Smartphones, da sie beispielsweise nur eine sehr geringe Tiefen-Toleranz beim Eintauchen ins Wasser haben. Sie eignen sich also wirklich nur für gelegentliche Schnappschüsse. Trotzdem werden sie für viele Anwender die erste Wahl sein, einfach weil man sein Smartphone in der Regel immer dabei hat, und die Outdoorfähigkeiten im Alltag normalerweise völlig ausreichen.

Kompakte und SLR-Kameras hingegen gibt es mit teilweise extrem verstärkten und abgedichteten Gehäusen, so dass selbst ausgedehnte Tauchgänge mit den Geräten möglich sind. In der Regel liegt die Tiefe, die eine solche Kamera ohne zu Murren mitmacht, zwischen drei und zwölf Metern. Die Objektive sind deutlich lichtstärker als die von Outdoor-Smartphones, sodass man auch bei weniger Licht noch scharfe Fotos bekommt. Diese Kameras eignen sich besonders für Urlaub und Freizeit, denn auch abseits vom Strand muss man sich bei einer Outdoor-Digicam einfach weniger Sorgen um Stürze auf den Boden oder ins Wasser machen.

Unterwasser-Gehäuse sowie wasserdichte Taschen und Schutzhüllen sind vor allem interessant um mit einer vorhandenen Kamera gelegentlich Fotos z.B. am Strand oder im Schwimmbad zu schießen. Bedienbarkeit und Schutzwirkung sind bei solchen Lösungen in der Regel zwar nicht ideal, dafür handelt es sich aber meistens um eine vergleichsweise günstige Lösung im Gegensatz zu dedizierten Outdoor-Kameras.

Siehe auch:

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